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SOZIALPROJEKT

Zu wenig Arbeit für psychisch beeinträchtigte Menschen

Menschen, die aufgrund einer psychischen Beeinträchtigung nur reduziert belastbar sind, haben auf dem regulären Stellenmarkt kaum mehr eine Chance, einen leistungsangepassten Arbeitsplatz zu finden.

Im Rahmen des Zukunftslabors der Stadt Baden, eines im Jahre 1997 ausgeschriebenen Ideenwettbewerbs, erfolgte die Prämierung des Projektes „Baden is(s)t gut“, welches die Schaffung von Integrationsplätzen in einem Gastronomiebetrieb vorsah. Verschiedene Formen von Arbeitsrehabilitation haben gezeigt, dass sinnvolle Erwerbsarbeit eine stabilisierende Wirkung auf den Verlauf von psychischen Erkrankungen hat. 

Das Angebot geschützter Arbeitsplätze in betriebs- und marktwirtschaftlich orientierten Sozialfirmen erweist sich als äusserst effiziente Alternative zu geschützten Werkstätten. Die dem psychisch beeinträchtigten Mitarbeitenden übertragene Verantwortung und die vom gesamten Team verlangte wichtige Leistung steigert sein Selbstbewusstsein und vermittelt neben einem stabilen Tagesablauf prägende Erfolgserlebnisse. 

Die sehr positiven Auswirkungen zur Rehabilitation psychisch beeinträchtigter Menschen in der realen Arbeitswelt lassen sich einleuchtend erklären. Der unterzeichnete Arbeitsvertrag, die Arbeitsplatzsicherheit und das erarbeitete Einkommen der psychisch beeinträchtigten Mitarbeitenden helfen die menschlichen Grund- und Sicherheitsbedürfnisse zu erfüllen. 

Die Mitarbeit im Team und der vertraglich geregelte Arbeitsplan bringen soziale Kontakte, Tagesstrukturen und das Gefühl der Dazugehörigkeit, womit den Bedürfnissen nach sozialer Sicherheit entsprochen wird. Die Freude am Vermittelten und am Erlernten fördert das Interesse an der Arbeit und die dabei erbrachte Leistung. Die dadurch erarbeitete Kompetenz und die resultierende Selbstsicherheit haben das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung zur Folge – und das Gefühl, etwas zu bewirken auf dieser Welt! 

Ziel der Sozialfirma Restaurant Roter Turm ist, leistungsangepasste Arbeitsplätze für psychisch beeinträchtigte Menschen im geschützten Rahmen anzubieten. Arbeitsplätze auch im Auftrag der Invalidenversicherung, so genannte berufliche Massnahmen mit Arbeitstrainings, welche einen Wiedereinstieg ins reale Erwerbsleben zum Ziel haben.

BEGLEITUNG IM ARBEITSPROZESS

Im Arbeitsprozess werden Mitarbeitende durch das Fachpersonal angeleitet, begleitet und geschult. Je nach Voraussetzung und Belastbarkeit arbeiten die Mitarbeitenden zwischen 50% und 80%. Im Falle einer beruflichen Massnahme wird eine Steigerung bis zu 90% resp. 100% angestrebt.

Die Mitarbeitenden werden nach ihrem individuellen Leistungsvermögen und der momentanen psychischen Verfassung eingesetzt. In regelmässig stattfindenden Standortgesprächen mit den Mitarbeitenden werden gemeinsam mit zuständigem Fachpersonal und dem Bereichsleiter Psychosoziales die Arbeitsweise, Leistung und das Sozialverhalten reflektiert. 

Eine qualitative wie quantitative Steigerung wird angestrebt. Dabei wird darauf geachtet, dass Mitarbeitende weder über- noch unterfordert werden. 

Die Schwierigkeit psychisch behinderter Menschen, wieder einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, liegt nicht nur im fachlich-instrumentellen Teil, sondern auch im sozialen Bereich. Deshalb wird der Zusammenarbeit im Team und den sozialen Fähigkeiten am Arbeitsplatz ebenso Beachtung beigemessen. Das gemeinsame Essen nach dem Mittagsservice oder vor dem Abendservice ist obligatorisch und dient dem Gruppenbildungsprozess.

PSYCHOSOZIALE BEGLEITUNG

Die Bereichsleiter Psychosoziales von der TRINAMO AG in Aarau stehen den Mitarbeitenden für Begleitgespräche zur Verfügung und in Standortgesprächen werden kurz-, mittel- und langfristige Ziele bezüglich Arbeitsleistung und Sozialverhalten formuliert und überprüft. Selbst- und Fremdeinschätzung dienen der periodischen Realitätsüberprüfung der Mitarbeitenden. Im Falle einer beruflichen Massnahme nehmen Berufsberater/innen der IV teil.

Im Falle einer Krise bei Mitarbeitenden sind die Bereichsleiter Psychosoziales Ansprechperson und Verbindungsglied zur externen therapeutischen Betreuungsstelle. Intensive Zusammenarbeit und Koordination mit dieser kann für die Bewältigung der Krise notwendig sein. Es wird versucht, solange es sinnvoll und möglich ist, den Arbeitsalltag aufrecht zu erhalten. Um eine geeignete Tagesstruktur anzubieten, ist ein Einsatz mit Hintergrundarbeiten ohne Leistungsdruck möglich.

VORAUSSETZUNGEN

Angestellt werden können ausschliesslich psychisch behinderte Menschen, die im Sinne der Invaliden-Gesetzgebung als invalid gelten. Weiter gilt auch ein ärztliches Zeugnis mit dem Inhalt einer psychischen Stabilisierung und Wiedereingliederung als Aufnahmekriterium.

Weitere Anstellungsbedingungen : 

• Externe therapeutische und soziale Betreuung 
• Stabile Wohnsituation 
• Abstinenz von harten Drogen/Alkohol 
• Erfahrung oder entsprechende Eignung und Interesse am Gastgewerbe 
• Freude am Kontakt mit Gästen und der Arbeit im (Gross-) Team 
• Gewisse Belastbarkeit in realer Arbeitssituation 

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